Geschichte

Auf Schritt und Tritt Geschichte erleben: Architektonisches Erbe in den QuattroPole-Städten.

Architektonisches Erbe in den QuattroPole-Städten

QuattroPole, das steht für vier Städte, deren historische Wurzeln erstaunlich vielfältig sind und die doch für ein gemeinsames Erbe beeindruckender Geschichte und Architektur stehen. So haben einst die Römer die Stadt Trier dominiert, ihre eindrucksvollen historischen Bauwerke wie die Porta Nigra oder die Kaiserthermen können Besucher heute noch bestauen. Herrschaftliche Barockbauten wie etwa die Ludwigskirche schmücken bis heute die saarländische Hauptstadt. Metz dagegen bietet als Kontrapunkt mit dem futuristischen Centre Pompidou-Metz ein architektonisches Meisterwerk der Neuzeit. In Luxemburg beeindruckt militärische Architektur in Gestalt der Kasematten ebenso wie die modernen Bauten auf dem Kirchberg, dem heutigen Sitz verschiedener europäischer Institutionen.

Luxemburg – Vereintes Europa hautnah erleben

City promenade Luxembourg - Sabino Parente / Ville de Luxembourg

City promenade Luxembourg - Sabino Parente / Ville de Luxembourg

City promenade Luxembourg - Sabino Parente / Ville de Luxembourg

Luxemburg wartet mit beeindruckenden Kontrasten zwischen Historie und Moderne auf und präsentiert sich heute als pulsierende Metropole. Ihre tausendjährige Geschichte spiegelt sich in der beeindruckenden Stadtsilhouette mit zahlreichen monumentalen Festungsüberresten wider. Geschichte hautnah erleben kann man am besten bei einem Spaziergang in der Altstadt mit ihren heimeligen Gassen, durch die Parkanlagen oder über das moderne Kirchberg Plateau. Die malerischen Plätze und die vielfältigen historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten lassen sich mit den regelmäßigen Stadtführungen, aber auch auf eigene Faust entdecken. Der Wenzel-Rundgang, benannt nach Wenzel II., dem Herzog von Luxemburg Anfang des 15. Jahrhunderts, führt Besucher in rund 1,5 Stunden durch die tausendjährige Geschichte der Stadt. Vorbei am Bockfelsen mit den Bock-Kasematten und über die Schlossbrücke führt der Rundgang zur Corniche, dem „schönsten Balkon Europas“: Der im 17. Jahrhundert angelegte Wehrgang bietet eine herrliche Aussicht auf das Tal der Alzette.

Kirchberg Plateau - Luxemburg - Sabino Parente / Ville de Luxembourg

Kirchberg Plateau - Luxemburg - Sabino Parente / Ville de Luxembourg

Kirchberg Plateau - Luxemburg - Sabino Parente / Ville de Luxembourg

Das Luxemburg der Moderne präsentiert sich seinen Besuchern dagegen als eine Stadt gelebter europäischer Geschichte und eines vereinigten Europas. In modernen Verwaltungsgebäuden auf dem Kirchberg Plateau sind seit den 1960er-Jahren die meisten der in Luxemburg angesiedelten EU-Institutionen untergebracht, unter anderem das Generalsekretariat des Europäischen Parlamentes, der Europäische Gerichtshof, die Europäische Investitionsbank, der Europäische Rechnungshof sowie verschiedene Abteilungen der Europäischen Kommission. Zudem befindet sich in Luxemburg das Geburtshaus von Robert Schuman, dem „Vater des Vereinigten Europas“. Das „Europäische Luxemburg“ erkunden Besucher am besten auf den thematischen Rundgängen „Luxemburg, eine europäische Hauptstadt“ oder „Schuman-Rundgang, auf den Spuren des Vaters Europas“.

Metz – Kaiserliche Geschichte trifft französische Moderne

Cathédrale Saint-Etienne - Philippe Gisselbrecht - Office de Tourisme Metz

Cathédrale Saint-Etienne - Philippe Gisselbrecht - Office de Tourisme Metz

Kathedrale Saint-Etienne - Philippe Gisselbrecht - Office de Tourisme Metz

Auch in Metz treffen Vergangenheit und Gegenwart auf beeindruckende Weise aufeinander: Die Stadt zieht Touristen besonders durch ihre vielschichtige Architektur und die interessante Mischung aus historischen und modernen Bauwerken in den Bann. In der Kathedrale St-Etienne, dem Wahrzeichen der Stadt, gibt es eines der weltweit bemerkenswertesten gotischen Kirchenfenster sowie Glasmalereien von Marc Chagall zu bewundern.

Centre Pompidou-Metz © Shigeru Ban Architects Europe et Jean de Gastines Architectes, avec Philip Gumuchdjian pour la conception du projet lauréat du concours / Metz Métropole / Centre Pompidou-Metz - Philippe Gisselbrecht / Ville de Metz

Centre Pompidou-Metz © Shigeru Ban Architects Europe et Jean de Gastines Architectes, avec Philip Gumuchdjian pour la conception du projet lauréat du concours / Metz Métropole / Centre Pompidou-Metz - Philippe Gisselbrecht / Ville de Metz

Centre Pompidou-Metz © Shigeru Ban Architects Europe et Jean de Gastines Architectes, avec Philip Gumuchdjian pour la conception du projet lauréat du concours / Metz Métropole / Centre Pompidou-Metz - Philippe Gisselbrecht / Ville de Metz

Ein Highlight moderner Architektur ist zweifelsfrei das spektakuläre Kunstzentrum Centre Pompidou-Metz, das von dem berühmten japanischen Architekten Shigeru Ban und seinem französischen Kollegen Jean de Gastines errichtet wurde. Shigeru Ban erhielt für seine architektonischen Meisterwerke den Pritzker-Preis, die weltweit wichtigste Auszeichnung für Architekten. Das unverwechselbare Dach des Museums ist dem Hut eines asiatischen Reisbauern nachempfunden. Das Centre Pompidou-Metz liegt in unmittelbarer Nähe des „Quartier Impérial“. Das beeindruckende Bahnhofsviertel präsentiert ein bemerkenswertes Ensemble der deutschen Architektur des frühen 20. Jahrhunderts in Verbindung mit historischen und neuen Stilen: Romanik, Gotik, Renaissance und Barock, Art déco und Jugendstil. Südlich des Centre Pompidou-Metz erwächst auf 38 Hektar das neue Stadtviertel „Quartier de l’Amphithéâtre“ – der Name verdankt sich dem römischen Amphitheater aus dem zweiten Jahrhundert, auf dessen Überresten hier ein modernes Areal mit Wohn- und Bürogebäuden, einem Kongresszentrum und einem Einkaufszentrum entsteht.

Saarbrücken – Moderne Metropole mit barockem Herz

Ludwigskirche - LHS

Ludwigskirche - LHS

Ludwigskirche - LHS

Die Ludwigskirche in Alt-Saarbrücken gehört zusammen mit der Dresdner Frauenkirche und dem Michel in Hamburg zu den bedeutendsten evangelischen Barockkirchen in Deutschland. Zusammen mit den zahlreichen Barockbauten des Baumeisters Friedrich Joachim Stengel prägt sie bis heute maßgeblich das Stadtbild.

Saarbrücker Schloss - LHS

Saarbrücker Schloss - LHS

Saarbrücker Schloss - LHS

Die Geschichte der Stadt begann 999 n. Chr., als Kaiser Otto III. die Königsburg „Sarabrucca“ den Bischöfen von Metz schenkte. Die Burg, auf deren Resten und Fundamenten das heutige Schloss ruht, gab gleichzeitig Saarbrücken seinen Namen. Seit 2007 können Besucher die beeindruckenden Wehranlagen der Burg aus dem Mittelalter und der Renaissance besichtigen, die über Jahrhunderte unter der Erde verborgen lagen. In einem unterirdischen Museum wird Geschichte hautnah erlebbar: 14 Meter unter dem Schlossplatz staunen Besucher über Relikte früherer Burg- und Schlossanlagen des Saarbrücker Schlossfelsens und lassen sich von dem über 500 Jahre alten Festungsgewölbe und der mächtigen unterirdischen Bastion begeistern.

Die vielfältige Geschichte spiegelt sich auch in Saarbrückens Museumslandschaft wider: Das Haus für Vor- und Frühgeschichte am Schlossplatz gleicht einem „archäologischen Schaufenster“ mit Münzen, Gold- und Grabschmuck der Kelten, Römer und Merowinger sowie Malerei vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Die spätgotische Schlosskirche wurde ins Museum integriert und zeigt sakrale Kunst und farbenfrohe Fenster von Georg Meistermann. Das Historische Museum Saar am Schlossplatz dokumentiert die Geschehnisse der jüngsten Zeit in der Landeshauptstadt auf beeindruckende Weise.

Trier – Zu Besuch bei den Römern

Kaiserthermen - Christian Millen - Tourist-Information Trier

Kaiserthermen - Christian Millen - Tourist-Information Trier

Kaiserthermen - Christian Millen - Tourist-Information Trier

Nirgendwo in Deutschland erleben Besucher die Römerzeit so lebendig wie in Trier. Davon zeugt im Besonderen das kolossale „Schwarze Tor“, die Porta Nigra. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde gegen Ende des zweiten Jahrhunderts errichtet.

Porta Nigra - Christian Millen - Tourist-Information Trier

Porta Nigra - Christian Millen - Tourist-Information Trier

Porta Nigra - Christian Millen - Tourist-Information Trier

Aus der gleichen Epoche stammt auch das sehr gut erhaltene Amphitheater. Mit ein wenig Fantasie sieht man im Geiste noch heute die kämpfenden Gladiatoren und begeisterten Zuschauer in dem geschichtsträchtigen Theater. Ein weiteres Zeugnis der Römerzeit sind die drei Thermenanlagen. Die jüngsten, aber auch die größten sind die Kaiserthermen aus dem vierten Jahrhundert. Die Barbarathermen wurden im zweiten Jahrhundert errichtet. Sie lockten Badegäste mit Dampf- und Schwimmbädern, Ruhebänken, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten und standen einer modernen Wellnessanlage von heute somit in nichts nach. Die Thermen am Viehmarkt schließlich sind erst in den 1980er-Jahren bei den Planungen für eine Tiefgarage entdeckt worden. Die Fundamente stammen aus dem zweiten Jahrhundert, das darauf gebaute Bad aus dem vierten Jahrhundert.

Dennoch: Trier kann nicht nur auf sein römisches Erbe reduziert werden. Immerhin haben sich auch spätere Generationen im Gesicht der Stadt verewigt und zahlreiche Sehenswürdigkeiten für die Nachwelt hinterlassen. Am Trierer Hauptmarkt treffen mit Renaissance, Barock und Klassizismus gleich drei Bauepochen aufeinander. Vorbei am Frankenturm aus der Romantik geht es zum Kornmarkt, wo Besucher nicht nur das klassizistische Französische Casino, sondern auch den Sankt Georgsbrunnen aus dem Rokoko bestaunen können. Und auch das prunkvolle Kurfürstliche Palais, ein Mädchentraum in Rosa und Weiß, ist einer der wohl schönsten Rokokobauten weltweit. Trier hat zudem eine reiche Religionsgeschichte. Der Dom St. Peter, errichtet im vierten Jahrhundert auf den Resten eines römischen Wohnhauses, ist die älteste Bischofskirche in Deutschland.

Hauptmarkt Trier - Stadt Trier

Hauptmarkt Trier - Stadt Trier

Hauptmarkt Trier - Stadt Trier